29. Oktober 2012
25% aller Frauen haben Orgasmusprobleme . Manche von ihnen erleben nur selten einen Orgasmus, manche nie (Anorgasmie). Dabei haben die betroffenen Frauen sehr wohl das Bedürfnis nach Sexualität und erleben sexuelle Erregung als lustvoll, leider kommen Sie jedoch nicht zum Höhepunkt. Ursache ist nicht – wie noch vor 20 Jahren – die fehlende Bereitschaft der Männer, sich auf die weibliche Sexualität einzulassen. Vielmehr verhindern bei den betroffenen Frauen innere Blockaden, dass sie sich ganz ihren sexuellen Gefühlen und ihrem Partner hingeben können.
Bei Frauen, die heute über 40 Jahre alt sind, sind es meist alte, nicht ausgetragene seelische Verletzungen und Demütigungen, die der Frau im Wege stehen. In aller Regel haben sie körperliche und /oder seelische Gewalt erfahren (oft durch den dominanten Vater), der sie hilflos ausgeliefert waren (nicht nur in Kindheit u. Jugend, auch im Erwachsenenalter wie z.B. durch Gewalt in der Ehe). Anders bei heute jüngeren Frauen: sie kommen alle aus Trennungsfamilien, bei denen der getrennt lebende Vater den Kontakt zur Tochter abgebrochen bzw. nicht mehr gepflegt hat.
In beiden Fällen kommt es bei der betroffenen Frau zu starken Aggressionen, die jedoch nicht ausgelebt werden kann (einerseits gegenüber dem dominanten Vater oder gewalttätigen Mann; andererseits gegenüber dem abwesenden Vater). Die angestaute, festgehaltene Aggression blockiert parallel jede andere starke Gefühlsäußerung und somit auch die der sexuellen Erregung.
In der Sexualtherapie werden diese Blockaden behutsam aufgelöst und die aufgestauten Aggressionen konstruktiv ausgelebt. Gleichzeitig erlernt die betroffene Frau, in ihrem jetztigen Leben nicht erneut Emotionen anzusammeln, sondern in direkter Auseinandersetzung lösungsorientiert umzusetzen. Die dadurch entstehenden inneren Freiräume machen es der Frau möglich zu lernen, sich auch ihren sexuellen Gefühlen ganz hingeben zu können.
Der dafür benötigte Zeitraum beträgt im Rahmen der Sexualtherapie zwischen 4 und 6 Monaten.
Mehr über mich und meine Arbeit erfahren Sie unter www.volker-vandenboom.de
Therapiesitzungen biete ich innerhalb von 14 Tagen in Aachen und Düsseldorf an.
Weitere Themen in diesem Blog sind:
• Porno-Filme, Internet-Sex – sind Männer sexsüchtig?
• Eifersucht
• Was ist Sexualtherapie / Sexualberatung – was geschieht dort?
• Seitensprung und Fremdgehen – Ursachen und Lösungen
• Partnersuche – ein Problem?
• Kein Bock auf Sex?! – Lustlosigkeit (Libidoverlust) bei Frauen und Männern
• Unerfüllter Kinderwunsch – psychologische Aspekte
• Wenn Männer zu schnell kommen – Vorzeitiger Samenerguss / Ejaculatio präcox
• Wenn Männer nicht mehr können – Erektionsstörungen / Erektile Dysfunktion
Tags: Aachen, Alsdorf, Anorgasmie, Arnsberg, Bergheim, Bergisch-Gladbach, Berlin, Bitburg, Bochum, Bonn, Brühl, Daun, Dinslaken, Dormagen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düren, Düsseldorf, Erkelenz, Erkrath, Erregungsstörung, Eschweiler, Essen, Eupen, Euskirchen, Frankfurt, Frauen, Frechen, Geilenkirchen, Grevenbroich, Gummersbach, Hagen, Hamburg, Heerlen, Heinsberg, Hilden, Hückelhoven, Hürth, Jülich, Kerkrade, Kerpen, Kleve, Koblenz, Köln, Krefeld, Leipzig, Leverkusen, Libido, Libidoverlust, Lüdenscheid, Meerbusch, Mettmann, Moers, Mönchengladbach, Monheim, Monschau, Mülheim, München, Neuss, Oberhausen, Olpe, Orgasmus, Orgasmusprobleme, Orgasmusstörungen, Ratingen, Remscheid, Roetgen, Sexualität der Frau, Siegburg, Siegen, Simmerath, Solingen, St. Vith, Stolberg, Stuttgart, Trier, Velbert, Viersen, Weibliche Sexualität, Wesel, Wuppertal, Würselen
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05. April 2012
Ob weiblich oder männlich, ob Singles oder Paare, heterosexuell, homosexuell oder lesbisch – alle Menschen erleben, das es in ihren Beziehungen immer mal wieder zu Konflikten zwischen ihnen und ihrem Partner kommen kann. Viele lösen diese Probleme alleine – findet ein Paar aber keine befriedigende Lösung für ihre Auseinandersetzung, so holen sie sich Hilfe in der Paartherapie.
Was mir im Rahmen meiner langjährigen therapeutischen Arbeit jedoch immer wieder auffällt: bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen und Paare, die zu mir kommen, gibt es dennoch keine unendliche Vielfalt an Problemen. Vielmehr wiederholen sich bestimmte Themen, Anlässe und Situationen, die zu Konflikten führen können.
In meiner Info-Mail „Therapie & Alltag“ möchte ich Ihnen zum Einen daher die klassischen Probleme einer Partnerschaft vorstellen und aufzeigen, wie sie behoben oder gleich vermieden werden können. So erhalten Sie die Möglichkeit, die Pflege Ihrer Partnerschaft eigenständig durchführen zu können. Gerne begleite ich Sie natürlich auf diesem Weg und stehe Ihnen als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen zur Verfügung.
Zum Anderen möchte ich mit der Info-Mail „Therapie & Alltag“ Sie über neue Schwerpunkte meiner Arbeit informieren sowie auf andere Aktivitäten der Praxis für Paar- u. Sexualtherapie (Vorträge, Seminare, TV-Sendungen) hinweisen.
Die kostenfreie Info-Mail „Therapie & Alltag“ erhalten Sie 3-4mal im Jahr. Hier bestellen Sie meine Info-Mail „Therapie & Alltag“:
http://www.volker-vandenboom.de/Info-Mail.html
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29. Februar 2012
1. Wer sucht sich Hilfe in einer Paartherapie / Eheberatung?
Früher war es üblich, dass erst einmal nur einer der Partner – meistens die Frau – alleine in die paartherapeutische Praxis kam und später dann der andere Partner mühsam dazu motiviert werden musste, ebenfalls mitzukommen. Das hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich geändert: heute kommen überwiegend beide Partner direkt miteinander, um eine Lösung für ihre Probleme zu finden.
2. Was macht ein Paartherapeut mit den Paaren?
In der Paartherapie geht es in erster Linie darum, den Fortbestand der vorhandenen Beziehung zu sichern und die Lebensqualität beider Partner deutlich zu verbessern.
Dies gelingt natürlich nicht immer, da manche Partnerschaften einfach an ihrem Ende angekommen sind oder ein Partner sich schon so weit vom Anderen entfernt hat, sodass hier nur noch eine Trennungsberatung sinnvoll ist.
Hat die Beziehung jedoch noch eine stabile Grundlage, so kann relativ schnell die Ursache hinter den alltäglichen, oft banalen Konflikten und Streitereien herausgearbeitet werden:
angesammelter Ärger und Schmerz von kleinen Verletzungen und Missachtungen, untergründige Machtkämpfe, ein liebloser Umgang miteinander oder eine fehlerhafte Kommunikation.
Der Paartherapeut hat hier die Aufgabe, beiden Partnern die Auswirkungen ihres Verhaltens deutlich zu machen und sie darauf hinzuweisen, wie sehr sie ihre Verantwortung der Beziehung und dem Partner gegenüber vernachlässigt haben. Denn erst die Einsicht in das eigene fehlerhafte und lieblose Verhalten bringt die Motivation mit sich, ernsthaft und aus vollem Herzen eine Änderung der Zustände anzustreben.
Zeigt sich diese Bereitschaft nach den ersten Sitzungen bei beiden Partnern, so kann der Paartherapeut mit Hilfe seiner langjährigen Berufserfahrung und einem umfangreichen Sortiment an Übungen, Hausaufgaben und unterstützenden Aktionen aktiv die Lösung der Probleme herbeiführen.
3. Wie lange dauert solch eine Beratung und wie effektiv ist sie?
Die Erfahrung zeigt: wenn alle Beteiligten – beide Partner und der Therapeut – sich mit all ihrem Wissen und Können engagiert für die Verbesserung der Partnerschaft einsetzen, so ist es innerhalb von 3-4 Monaten möglich, die Zufriedenheit beider Partner miteinander deutlich zu verbessern. Gleichzeitig erhalten die Partner in dieser Zeit das Handwerkszeug dafür, um nach der intensiven Phase der Begleitung durch den Therapeuten alleine an ihrer Beziehung weiterarbeiten zu können.
4. Wie hoch sind die Kosten solch einer Therapie?
Damit möglichst alle Bevölkerungsgruppen paartherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können, bietet sich das gestaffelte Honorarsystem an: wer mehr Geld zur Verfügung hat, zahlt mehr – wer weniger hat, weniger.
Da die meisten Kassen die Kosten für eine Paartherapie nicht übernehmen, sollte die Honorarfrage schon im ersten Telefonat mit dem Therapeuten angesprochen werden.
5. Wie lange muss man auf einen Therapieplatz warten?
Das ist von Therapeut zu Therapeut unterschiedlich.
Ich arbeite z.B. prinzipiell in einem sehr hohen Tempo, weshalb in aller Regel schon innerhalb von 14 Tagen Termine für ein Erstgespräch vergeben werden können.
Manche Therapeuten arbeiten auch samstags oder bieten ab und an auch an einem Sonntag die Möglichkeit an, Therapietermine bei ihnen wahrzunehmen.
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18. Januar 2012
Wenn Lady Gaga verlauten lässt, dass sie Konflikten in ihren Partnerschaften grundsätzlich aus dem Weg geht, gleichzeitig aber beklagt, sie habe sich von einem Liebhaber noch nie wirklich geschätzt gefühlt – dann sollte sie mal darüber nachdenken, ob das Eine vielleicht mit dem Anderen zu tun hat.
In der Therapie mit Paaren beobachte ich nämlich immer wieder, dass ein respektvoller und fairer Umgang miteinander erst erarbeitet werden muss. Setzt ein Partner, der vom Anderen respektlos behandelt wird, diesem keine Grenze und wehrt sich nicht konsequent gegen solch eine Art des Umgangs, so schickt er seinem Partner untergründig damit die Botschaft „Mach ruhig weiter so. Ich hab nichts Besseres verdient.“ Und Partner haben die Tendenz – nicht unbedingt aus einer Bösartigkeit heraus – solch einen „Freibrief“ auszunutzen: der missächtliche, demütigende, verletzende Umgang vermehrt sich.
Hier gilt es, frühzeitig gegen zu steuern: aus einem „Ich möchte nicht, dass Du so mit mir umgehst.“ sollte schnell und klar ein „So lass ich nicht mit mir umgehen! Wenn Du mich kritisieren oder Dich beschweren willst, ist das o.k. – aber nicht auf diese Art!!“ werden. Und dann wäre es gut, sofort aufzustehen und für ein paar Minuten den Raum zu verlassen. So hat der Partner die Gelegenheit, diesen „Warnschuss vor den Bug“ verdauen zu können, ohne dass er gleich aggressiv werden muss. Auf keinen Fall sollten Drohungen ausgesprochen werden („Wenn Du nicht…dann…!!“): sie lösen fast automatisch beim Partner das Bedürfnis aus, zurück zu schießen.
Natürlich ist solch ein Warnschuss für niemanden angenehm. Aber gleichzeitig wollen wir ja auch, dass sich unser Partner seiner Haut erwehren kann, denn so steigt er in unserer Achtung: „Die/der lässt nicht Alles mit sich machen.“ „ Er/sie hat mich schon gut im Griff.“ – das sind Komplimente, deren Beitrag zur Verbesserung der Beziehungsqualität nicht unterschätzt werden darf.
Kontakt zu mir bekommen Sie über: 0160/2492190 oder psychotherapie@volker-vandenboom Beratungstermine können in Aachen und Düsseldorf stattfinden.
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23. September 2011
Nicht jeder Mann hat Spaß an Sex-Bildern, nicht jeder Mann guckt gerne Pornos. Aber viele. Wären die Gründe dafür biologischer Art – der Mann hat alle 2 1/2 Stunden einen Sexualhormonausstoß, das „Tier“ in ihm will seine Gene verbreiten – so könnte ich in der Sexualtherapie mit diesen Männern keine entscheidenden Fortschritte erzielen.
1. Auffallend ist, dass immer Männer betroffen sind, die generell die Tendenz haben, sich nicht ganz im Beziehungsleben ihrer Partnerschaft fallen lassen zu können. Immer bleiben sie ein bischen auf Distanz; unangenehmen Themen und stressbeladenen Auseinandersetzungen mit der Partnerin weichen sie gerne aus; lieber verzichten sie auf ihre eigene Bedürfnisse, Vorstellungen und Wünsche, als ihrer Frau auf gleicher Höhe entgegenzutreten – nicht nur im Sex, sondern in allen Bereichen des privaten Lebens. Diese distanzierte Haltung praktizieren sie auch in ihrem Bilder-Sex: hier haben sie keine wirkliche Begegnung mit einer realen Frau, sondern ausschließlich mit dem Bild einer Frau. In ihrem Kopf können sie sich so ihren erregenden Fantasien hingeben – ungestört von den Umständen, die ein sexueller Kontakt mit einem realen Menschen mit sich brächte.
2. Einerseits ist dieser Distanz-Sex also eine Vermeidungsstrategie vor den anstrengenden Aspekten zwischenmenschlicher Begegnung. Andererseits bringt der Distanz-Sex einen Freiraum mit sich, zu dem die reale Partnerin keinen Zugang hat: nur für sich und ausschließlich mit sich selber geht der Mann seinen sexuellen Bedürfnissen und seiner sexuellen Befriedigung nach – ein Bereich in seinem Leben, auf den seine Frau keinen Zugriff hat und auch nicht haben soll. In den Gesprächen mit den betroffenen Männern zeigt sich, dass sie im Allgemeinen den Eindruck haben, in ihrer Partnerschaft und von ihrer Partnerin ganz bzw. eindeutig zu viel vereinnahmt zu werden. Einerseits sind sie zwar bereit, sich für ihre Familie und ihre Partnerin zu „opfern“ (siehe Punkt 1.), andererseits fehlt ihnen dadurch aber auch ein Bereich in ihrem Leben, der nur für sie ist. Diesen Raum holen sie sich durch ihren Rückzug in den Distanz-Sex. Erfährt die Partnerin von diesen erotische Eskapaden und verlangt – verständlicherweise – , das ihr Mann davon ablässt, so fühlen die Männer sich noch mehr bedrängt: „ Soll ich nun auch noch den letzten Rest an Freiheit, den ich noch habe, aufgeben?!“ und halten trotzig an ihrem Freiraum fest. Der Kreislauf zwischen Einengungsgefühlen beim Mann und berechtigten Nähe-Bedürfnissen auf der Seite der Frau führt über die Jahre zu einer Spirale, die unweigerlich die Partnerschaft zerstört.
Mit Hilfe einer kombinierten Paar- und Sexualtherapie ist es – soweit beide Partner dies engagiert wollen – möglich, innerhalb von 6 Monaten so grundlegende Veränderungen zu bewirken, sodass der o.g. Kreislauf zum Erliegen kommen kann.
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06. September 2011
Für viele Menschen stellt Eifersucht einen Gefühlszustand dar, den sie am Liebsten sofort wieder los wären. Immer wiederkehrende quälende Gedanken, plötzliche Angstattacken oder ein beständiger Druck, der stark belastet: niemand möchte solche Zustände auf Dauer ertragen müssen. Entsprechen erwartet der Eifersüchtige von seinem Partner, dass er sofort und alles unternimmt, damit die Eifersucht ein Ende finden kann. Folgt der Partner dieser Forderung nicht, so ist dies erneutes Öl auf das Feuer der Angst: „Da! Er liebt mich doch nicht!!“
Schaut man sich jedoch den Wortstamm von „Eifersucht“ an, so stoßen wir auf die Bedeutung „lieblicher Zorn“. Sollte sich also hinter diesem Quälgeist vielleicht doch eine konstruktive Botschaft verstecken? Ist das Signal Eifersucht eventuell ein Hinweis darauf, dass dringende Änderungen in der Partnerschaft notwendig geworden sind – also Eifersucht als Warnsignal und Appell, endlich aktiv zu werden?
Sehen wir einmal von der „krankhaften Eifersucht“ ab (die parallel zu psychiatrischen Erkrankungen auftritt), so gibt es 3 Grundsituationen, die eifersüchtig machen können:
1. Der Partner flirtet und begehrt eine 3.Person und/oder verliebt sich in sie
Bisher haben Eifersüchtige in solchen Situationen – auch von Psychologen und Paartherapeuten – den Rat bekommen, das sie ihre Eifersucht überwinden müssten, sie sollten dem Partner doch seinen Spaß gönnen lernen oder sich parallel auch jemanden anderen zuwenden – ausgehend von der Behauptung, dass Eifersucht nur dann auftritt, wenn man selber das Bedürfnis nach einem Dritten im Bunde hat und sich das aber nicht erlaubt.
Das ist jedoch nicht mein Verständnis von Partnerschaft und paartherapeutischer Hilfe für betroffene Paare. Ich verstehe den Eifersüchtigen vielmehr als jemanden, der etwas vermisst, was ihm eigentlich zusteht. Eifersucht also nicht etwa als „ungerechtfertigtes Besitzstreben“, sondern als Warnung „Achtung! Du bekommst von Deinem Partner etwas nicht, worauf Du in dieser Partnerschaft aber ein Anrecht hast!“. Denn: der Partner wendet sich ja dem Dritten in einer Art und Intensität zu, wie er sich eigentlich seinem Partner zuwenden sollte bzw. ihm dies versprochen hat: flirtend, begehrend, aufmerksam, zugewandt, verliebt – eben emotional intensiv.
Für mich als Paartherapeut heißt das, dass der Partner hier mit einem Anderen das macht, was er mit seinem eigenen Partner nicht mehr oder nicht genug macht.
Und in diesem Fall ist doch eine gewisse Verärgerung – siehe „lieblicher Zorn“ – beim Partner angebracht, oder?!
Was in den Paargesprächen jedoch auch auffällt: die zu kurz gekommenen Partner sind fast immer Menschen, die im Laufe der Jahre ihre Defizite in der Partnerschaft nicht oder nicht energisch genug angemeldet haben; es sind Menschen, die sich erst dann melden, wenn der Partner sich jemanden Anderem zuwendet: erst im Vergleich mit einer real existierenden 3.Person kocht der Schmerz über den Verlust hoch und die Eifersucht rebelliert.
2. Der Partner wendet sich keiner 3.Person zu, der andere Partner ist dennoch eifersüchtig
Auch bei dieser scheinbar unbegründeten Eifersucht hat es sich als sinnvoll erwiesen, erst einmal davon auszugehen, dass Eifersucht eben immer ein Hinweis darauf ist, dass wirklich etwas in der Partnerschaft nicht genug miteinander geteilt wird.
Wenn z.B. ein Mann sich plötzlich schweigsam von seiner Frau zurückzieht, denkt sie: “Da ist eine andere Frau im Spiel!“ Im Gespräch mit dem Mann erfahre ich dann oft, dass er seiner Frau wegen ihrer Rechthaberei und Nörgelei einfach nur aus dem Weg gehen möchte oder weil er große Sorgen und Ängste hat, die er lieber mit sich alleine ausmachen möchte. Auch hier dient die Eifersucht der Frau als Hinweis: der Mann teilt seine Unzufriedenheit über seine Frau bzw. seine Sorgen nicht mit seiner Frau – er bringt etwas, was die Partnerschaft betrifft, nicht in die Partnerschaft ein. Gut also, wenn die Frau mit Unwille reagiert.
3. Der Partner gibt genug in die Partnerschaft ein, der Partner ist dennoch eifersüchtig
Auch hier ist die Eifersucht der Hinweis darauf, dass dem Betroffenen etwas fehlt – allerdings diesmal nicht vom Partner.
Vielmehr geht es in solchen Fällen darum, dass der Eifersüchtige sich emotional generell nicht gesättigt fühlt: er ist mit seinem Leben unzufrieden; beruflich fühlt er sich an der verkehrten Stelle; im Umgang mit sich selber ist er eher lieblos und nachlässig; usw.; oft sind es auch ungestillte Bedürfnisse aus Kindheit und Jugend – immer aber hat der Betroffene bisher nicht energisch genug damit begonnen, von sich aus diesen emotionalen Hunger zu stillen. Lieber schiebt er die Verantwortung dafür seinem Partner zu, der schnell überfordert ist.
Wie Sie sehen, ist Eifersucht immer(!) als ein Ruf zur Wachsamkeit und Reflektion zu verstehen. Insofern ist ein bisschen „lieblicher Zorn“ wichtig – er ist die Grundlage für die Aktivitäten und Verbesserungen, die aus der partnerschaftlichen Unzufriedenheit wieder hinaus führen können.
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18. April 2011
Viele Menschen sind sich nicht sicher,ob sie für ihre Probleme in einer Sexualtherapie die richtige Hilfe bekommen. Ich möchte daher hier die Fragen beantworten, die mir am häufigsten gestellt werden:
Mit welchen Problemen kann man zum Sexualtherapeuten kommen?
„Die Frauen und Männer kommen mit ganz konkreten sexuellen Störungen zu mir in die Praxis. Das grösste Problem für eine Partnerschaft ist, wenn einer der Partner keine Lust mehr auf Sexualität empfindet. Bei Frauen stehen an zweiter Stelle Orgasmusprobleme und Vaginalschmerzen (Lubrikationsprobleme); bei den Männern überwiegt der Vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio Präcox), gefolgt von Erektionsproblemen (Erektile Dysfunktion); seltener kommen Menschen, die Probleme mit ihren speziellen sexuellen Bedürfnissen (sog. Perversionen) haben.“
Was geschieht in der Sexualtherapie?
„Sexuelle Störungen sind als Symptom einer grundsätzlichen Problematik im Gefühlshaushalt des Patienten zu verstehen. Insofern arbeite ich einerseits an einer schnellen Verbesserung der konkreten sexuellen Situation; andererseits werden parallel dazu die ursächlichen psychischen Zusammenhänge aufgearbeitet. Intensive therapeutische Gespräche, gezielte sexualtherapeutische Übungen und „Hausaufgaben“ helfen den Betroffenen, ihre Problematik meistern zu lernen.“
Arbeitet ein Sexualtherapeut nur mit Menschen, die im Bereich der Sexualität Probleme haben?
„Sexuelle und partnerschaftliche Probleme hängen oft eng miteinander zusammen – wenn es in dem einen Bereich Schwierigkeiten gibt, wirkt sich das meist auch direkt auf den anderen Lebensbereich aus. Viele Patienten kommen jedoch auch, weil sie nur im partnerschaftlichen Bereich Probleme miteinander haben. Die Hintergründe dieser Probleme herauszuarbeiten sowie Änderungen in der Partnerschaft zu etablieren, ist in aller Regel im Rahmen der Paartherapie in einem gut überschaubarem Zeitraum möglich.“
Wie lange dauert eine Sexualtherapie?
„Jeder Mensch oder jedes Paar hat natürlich sein eigens Tempo, in dem Veränderungen stattfinden können. Im Schnitt kann man jedoch sagen: bei wöchentlichen Sitzungen kommen die Patienten zwischen 3 und 5 Monaten. Die Erfolgsquote der Sexualtherapie liegt bei dieser Sitzungshäufigkeit um 85%.“
Was kostet das?
„Die Honorare werden von den Klienten selber übernommen. Deshalb habe ich sozial verträgliche Honorarstaffelungen eingeführt – die Höhe des Honorars richtet sich nach der finanziellen Situation des Klienten und wird im Rahmen einer individuellen Vereinbarung festgelegt.“
Und wo finden die Gesprächstermine statt?
„Überwiegend biete ich Termine in meiner Praxis in Aachen an. Alle 14 Tage bin ich jedoch auch in Düsseldorf-Heerdt tätig. In Aachen biete ich auch samstags und ab und an auch an einem Sonntag die Möglichkeit an, Therapietermine bei mir wahrzunehmen.“
Kontakt für Termine in Aachen und Düsseldorf: 0160/2492190 oder psychotherapie@volker-vandenboom.de
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28. März 2011
Herr van den Boom, Seitensprung und Fremdgehen – sind das für einen Paarberater eigentlich 2 Wörter für die selbe Sache?
v.d.B.: In der Paartherapie nehme ich das schon sehr genau: beim Seitensprung „springt“ man ab und an zu einem anderen Menschen, hier geht es meist um Sex;
beim Fremdgehen „geht“ man jedoch mit der dritten Person, d.h. hier hat sich eine Liebesbeziehung mit partnerschaftlichen Anteilen entwickelt. Umgangssprachlich verwenden wir die Begriffe jedoch in beiden Fällen.
Jahrelang belegten Umfragen, dass vor allem Männer fremdgehen…
v.d.B.: Da wurde immer behauptet, das die meisten Männer fremdgehen, die meisten Frauen aber nicht. Mit wem bitte dann sind aber die vielen Männer fremdgegangen?!
Heute wird das Verhältnis sicher eher ausgeglichen sein.
Sind die Gründe, sich einem Dritten zuzuwenden, bei Frauen und Männern unterschiedlich?
v.d.B.: Frauen begründen ihren Seitensprung damit, dass sie bei dem anderen Mann mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen. Für Männer geht es – vordergründig – nach wie vor um Sex. In Wirklichkeit greifen Menschen zum „Dritten im Bunde“, wenn sie in ihrer Partnerschaft über einen längeren Zeitraum hinweg den Eindruck bekommen haben, nicht mehr wirklich gewollt zu sein.
Was heißt das?
v.d.B.: Wenn ich über die Jahre den Eindruck habe, dass mein Partner sich gar nicht mehr richtig für mich interessiert, sondern überwiegend nur noch an sich selber denkt; oder wenn ich beobachte, dass mein Partner einfach nicht mehr richtig „da“ ist, mit seiner Aufmerksamkeit und seinen Gefühlen nicht präsent ist, wenn man mit ihm zusammen ist – dann kommt schnell der Gedanke auf „Mein Partner will mich nicht mehr bzw. das Zusammensein mit mir ist ihm nicht mehr wichtig.“ Das schmerzt natürlich und über die Zeit beginnt man, den alltäglichen Groll darüber anzusammeln.
Und wie kommt es dann zum Seitensprung?
v.d.B.: Zum Seitensprung greifen ausschließlich die Menschen, die diesen Groll und Schmerz nicht in die Auseinandersetzung mit ihrem Partner hineintragen, sondern ihn schlucken und jahrelang ertragen. Das führt unweigerlich dazu, dass man innerlich immer mehr zum Partner auf Distanz geht. Tja, und irgendwann steht dann ein anderer Mensch vor Einem und bietet genau das an, was man vom eigenen Partner schon lange nicht mehr erlebt hat: ein ausschließlich auf mich gerichtetes, sehr intensives Interesse. Diese hohe Maß an Aufmerksamkeit, Zugewandtheit und körperlichem Begehrt-Sein ist natürlich sehr verlockend und viele Menschen nutzen die Gelegenheit.
Man braucht sich dann doch einfach nur zusammenreißen, oder?
v.d.B.: Für die konkrete Verführungssituation ist das der Rat, den ich den Bedürftigen gebe. Wenn sich jedoch zu Hause bei den Leuten nichts ändert, wird die Bereitschaft zur Treue nicht wirklich von Bestand sein.
Der oder die Bedürftige muss also eine Entscheidung treffen?
v.d.B.: Ja, er muss für sich klären: „Entweder gehe ich weiterhin den einfacheren Weg – ich lass zu Hause alles so, wie es ist und hole mir Draußen die „Leckerchen“. Oder ich mache mir die Mühe, meine Partnerschaft wieder auf Vordermann zu bringen.“
Wie sieht solch eine „Arbeit an der Beziehung“ aus?
v.d.B.: Für den Bedürftigen ist es wichtig, Methoden zu erlernen, wie er seine Unzufriedenheiten und Bedürfnisse so an seinen Partner heranbringen kann, dass der ihm – in einem ersten Schritt – zumindest schon einmal zuhört. Er wird also lernen sich so dem Partner zu präsentieren, sodass der ihn wieder wichtig nehmen muss!
Für den Partner des Bedürftigen ist es wichtig zu klären, “Weshalb habe ich mein Interesse und meine Aufmerksamkeit von meinem Partner abgezogen?“
Erst wenn diese beiden Punkte klarer werden, kann ich in der Paartherapie in gemeinsamen Gesprächen beginnen, Brücken zwischen den Partnern zu bauen.
Das heißt, dass auch der Partner des Bedürftigen für sich klären muss, wie wichtig ihm diese Beziehung eigentlich noch ist.
v.d.B.: Ja, denn wenn die Beziehung gerettet werden soll, brauche ich von beiden Partnern die Bereitschaft alles zu versuchen, was für eine Rettung der Partnerschaft förderlich ist.
Und wie hoch sind da die Erfolgschancen?
v.d.B.: Ich sage immer: Wenn alle Beteiligten – also beide Partner und ich als neutraler Begleiter – über einen Zeitraum von 4-5 Monaten kräftig „in die Hände spucken“, dann ist es bei 80% der Paare möglich, die Partnerschaft zu retten.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr van den Boom.
(Das Gespräch führte Jennifer Durnan)
Termine mit Herrn van den Boom sind in Aachen und Düsseldorf möglich. Mehr Informationen über : www.volker-vandenboom.de
Weitere Themen in diesem Blog sind:
- Porno-Filme, Internet-Sex – sind Männer sexsüchtig?
- Eifersucht
- Was ist Sexualtherapie / Sexualberatung – was geschieht dort?
- Seitensprung und Fremdgehen – Ursachen und Lösungen
- Partnersuche – ein Problem?
- Kein Bock auf Sex?! – Lustlosigkeit (Libidoverlust) bei Frauen und Männern
- Unerfüllter Kinderwunsch – psychologische Aspekte
- Wenn Männer zu schnell kommen – Vorzeitiger Samenerguss / Ejaculatio präcox
- Wenn Männer nicht mehr können – Erektionsstörungen / Erektile Dysfunktion
- Paartherapie und Eheberatung – wie wird den Paaren geholfen?
Tags: Aachen, Alsdorf, Arnsberg, Bergheim, Bergisch-Gladbach, Berlin, Bitburg, Bochum, Bonn, Brühl, Brüssel, Daun, Dinslaken, Dormagen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düren, Düsseldorf, Erkelenz, Erkrath, Eschweiler, Essen, Eupen, Euskirchen, Frankfurt, Frechen, Fremdgehen, Geilenkirchen, Grevenbroich, Gummersbach, Hagen, Hamburg, Heerlen, Heinsberg, Hilden, Hückelhoven, Hürth, Jülich, Kerkrade, Kerpen, Kleve, Koblenz, Köln, Krefeld, Leipzig, Leverkusen, Liebe, Lüdenscheid, Meerbusch, Mettmann, Moers, Mönchengladbach, Monheim, Monschau, Mülheim, München, Neuss, Oberhausen, Olpe, Partner, Partnerschaft, Ratingen, Remscheid, Roetgen, Seitensprung, Sexualität, Siegburg, Siegen, Simmerath, Solingen, St. Vith, Stolberg, Streit, Stuttgart, Trier, Velbert, Verführung, Verlockung, Viersen, Wesel, Wuppertal
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10. März 2011
Herr van den Boom, weshalb brauchen manche Menschen Ihre Hilfe bei der Partnersuche?
v.d.B.: Die Frauen und Männer kommen zu mir in die Praxis, weil sie kein Vertrauen in sich selber haben. Sie denken, dass das, was sie sind und was sie einem potentiellen Partner zu geben haben, einfach nicht reicht, eben nicht genug ist, um wirklich geliebt zu werden.“
Wie kommt es zu solchen Selbstzweifeln?
v.d.B.: Oft sind das die Folgen von Erfahrungen aus der Kindheit und Jugend; aber auch schlechte Erfahrungen, die man als Erwachsener mit Partnern macht, verunsichern und ängstigen.
Und wenn da nur lang genug Einem gesagt worden ist „Du bist nichts wert!“, dann glauben wir das auch irgendwann; oder wenn wir immer wieder die Erfahrung machen „Ich öffne mich einem Menschen und werde von ihm zurückgestoßen oder gedemütigt.“, dann trauen wir uns das in der Zukunft nicht mehr.“
Heißt das jetzt: aus Angst und Selbstzweifeln zeigen wir einem potentiellen Partner nicht mehr, was wir ihm eigentlich zu bieten hätten?
v.d.B.: Ja, die meisten Partnersuchenden sitzen auf wertvollen Eigenschaften und Talenten – und viele wissen gar nicht mehr, auf welchen Schätzen sie da eigentlich sitzen.“
Und in Flirtschulen lernen die Frauen und Männer dann, diese Schätze wieder zu entdecken?
v.d.B.: Nein. In Flirtschulen geht es ausschließlich darum zu lernen, wie man sich so verhält, das man so wirkt, als wäre man selbstbewusst. Für die eine oder andere konkrete Flirtsituation reicht das sicherlich, lässt aber keinen Menschen zurück, der sich auch für die Zukunft gestärkt fühlt.“
Was raten Sie dann den Partnersuchenden?
v.d.B.: Am Anfang komme ich in den Gesprächen immer sehr schnell mit dem Vorschlag, sich doch erst einmal so anzunehmen, wie man nun mal ist – mit allen schönen und weniger schönen Seiten, also auch die Fehler und Mängel. Letztendlich sind ja all diese Eigenschaften Bestandteile meiner Persönlichkeit, Teile des „Komplettpakets“, was mich als Person ausmacht und mich einzigartig werden lässt – ob mir die einzelnen Teile nun gefallen oder nicht. Das ist dann wie eine Art Bestandsaufnahme: alle, aber auch wirklich alle Eigenschaften, Talente und Unarten auflisten und dann beginnen, etwas freundlicher mit diesen Teilen meiner Person umzugehen. Also nicht immer vor sich selber weglaufen, sondern alle diese Teile als Aspekte meiner Persönlichkeit begrüßen – sicherlich nicht immer nur mit einem Lächeln auf den Lippen.“
Und das soll helfen?
v.d.B.: Wer nicht an sich herumkritisiert und sich dadurch selber klein macht, sondern „Ja“ zu sich selber sagt, der ist von Innen heraus gestärkt. Entsprechend mutiger zeigt man sich dann einem potentiellem Partner: “Ich zeige mich Dir, wie ich bin – wenn Du mich(!) willst, musst Du mich auch nehmen, wie ich nun mal bin.“ Das ist wirkliches Selbstbewusstsein!
Aber wenn der Andere dann sagt: „Nein, Dich will ich nicht!“?
v.d.B.: Dann würde er mich auch niemals lieben können. Aber genau danach sehnt sich ja jeder, der einen Partner sucht: endlich mal wieder erleben, das jemand mich als gesamte Person liebt – mit all meinen schönen und all meinen weniger schönen Seiten.“
(Das Gespräch führte J. Lisken)
Mehr Informationen über: www.volker-vandenboom.de Beratungstermine können in Aachen und Düsseldorf stattfinden.
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09. März 2011
War vor 20 Jahren die fehlende Libido/Lust auf sexuelle Aktivitäten bei Klienten meiner sexualtherapeutischen Praxis nur bei einem Drittel der Menschen anzutreffen, so ist sie inzwischen Spitzenreiter in der Problemschilderung Hilfe suchender Paare: 70-80% meiner Klienten leiden unter einem Libidoverlust. Meist liegt kein generelles Fehlen von sexuellen Bedürfnissen vor – die Unlust bezieht sich vielmehr speziell auf den jeweiligen aktuellen Partner. Nach wie vor ist der weibliche Anteil der Betroffenen groß, doch immer häufiger kommt auch den Männern die Lust auf gemeinsame Sexualität abhanden.
Frauen u. sexuelle Unlust
Gerade bei Frauen wird bei der Suche nach den Ursachen ihrer fehlenden Lust deutlich, dass es sich hier eher um eine Unlust denn um ein wirkliches Fehlen von sexuellen Bedürfnissen handelt: in direkter Abhängigkeit von der partnerschaftlichen Qualität der Beziehung bzw. des Partners fällt oder steigt die Lust betroffener Frauen. Zwar können hier konkrete sexuelle „Fehler“ des Mannes – er praktiziert kein Vorspiel, er beachtet nur seine sexuellen Bedürfnisse – auslösend für das distanzierte Verhalten der Frau sein, meist reagiert die Frau jedoch auf mangelhafte Umgangsweisen in der gesamten Partnerschaft. Sexualtherapie hat hier die Aufgabe, diesen ursächlichen Zusammenhang dem Paar zu verdeutlichen und die Dringlichkeit eines Änderung des Umgangsstils bewusst zu machen. Paartherapeutische Interventionen(entsprechend der Syndiastischen Sexualtherapie) führen mittelfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Beziehungsqualität, in deren Folge die sexuelle Lust der Frau bis auf das erwünschte Maß wieder zunimmt.
Männer u. sexuelle Unlust
Männer ziehen sich meist dann aus der partnerschaftlichen Sexualität zurück, wenn sie ihre Frau als die dominantere Persönlichkeit in der Partnerschaft erleben. Innerlich fühlen sie sich ihrer Frau nicht gewachsen bzw. scheuen die aus einer Konfrontation entstehenden Spannungen – der innere Rückzug bewirkt auch im Sexuellen eine deutliche Reserviertheit. Ursächlich für die Unlust darf bei Männern jedoch die Bedeutung einer starken, lang anhaltenden Überlastung – beruflicher und/oder privater Natur(z.B. Hausbau) – nicht unterschätzt werden. Die betroffenen Männer fühlen sich „ausgelaugt“, ohne jede Form innere Lebendigkeit. In beiden Fällen bewirkt Sexualtherapie, dass die Balance zwischen den inneren Bedürfnissen und Wünschen mit den realen Verhältnissen (Partnerin, Arbeit, usw.) wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. In aller Regel reichen dafür 3-5 Monate, bis der betroffene Mann wieder Spaß am Leben und an seiner Partnerin finden kann.
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